Luna Darko – Vergessene Kinder

Dieses kleine Schätzchen habe ich eigentlich nur durch Zufall entdeckt, nämlich als ich meine ganzen Newsletter-Mails durchgeguckt habe. Das Cover hat mich fasziniert und schon war es um mich geschehen. Der Luebbe-Verlag war dann auch so freundlich und hat es mir postwendend zukommen lassen. Dabei hat Communtiy Editions seine eigentlichen Fingerchen im Spiel. Wie dem auch sei. Jedenfalls habe ich heute an einem wunderschönen sonnigen Tag mit absolut traumhaften Temperaturen (24°C) die letzten Seiten davon beendet. *-*

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Klappentext:
Pias Entschluss steht fest: In der Nacht vor ihrem 18. Geburtstag wird sie ihrem besten Freund Momo folgen und sich umbringen. Man kann ja doch nur die Farbe der Scheiße ändern, in der man sitzt.
Doch dann lernt sie Tom kennen, der so ganz anders ist als alle anderen, die sich bloß an Oberflächlichkeiten festklammern; und sie fangen an zu reden – über das Leben, übers Sterben, über ihre verloren gegangenen Träume. Und zum ersten Mal überhaupt hat Pia das Gefühl, sich nicht verstellen zu müssen, einfach sie selbst sein zu können. Aber wer ist sie überhaupt? Hat sie sich nicht schon lange verloren hinter ihrer undurchdringlichen Fassade?

Das Cover:
Das Cover hat mich einfach in seinen Bann gezogen. Es hat irgendwie etwas Düsteres an sich. Eine Puppe, dessen Gesicht mit fast schon hasserfüllten Gekritzel „verziert“ wurde, eingezwängt in ein absolut untypisches Kleidchen, welches mit Kreuzen und Blumen versehen wurde… Tabletten. Pillen. Ein Hanfblatt. Man kann hier schon darauf schließen, dass es eventuell nicht die ganz so einfachere Kost werden könnte.

Meine Meinung:
Auch wenn das Buch nur 192 Seiten hat, habe ich dafür 3 Tage gebraucht. Nein, nicht weil ich mich dadurch kämpfen musste oder keine Lust/Zeit dafür hatte, sondern weil das Buch sooo tiefgründig ist, dass es einen immer wieder zum Nachdenken anregt. Manchmal musste ich mich auch mit meinem Freund darüber austauschen, weil Pia in ihr Tagebuch solche teilweise philosophischen und manchmal leicht zu beantwortende Fragen geschrieben hat, dass es nicht anders ging. Man macht sich automatisch Gedanken darüber. Ob man will oder nicht.

Man wird auf eine Reise von Pia und den Brüdern Finn und Tom genommen, die wirklich nicht so ohne ist. Sie denkt darüber, sich umzubringen und die Brüder, wie sie für sich das Leben bestmöglich gestalten können. Unterschiedlicher geht es eigentlich schon gar nicht mehr. Und doch kreuzen sich ihre Wege und über den einen oder anderen Umweg gibt es sogar ein Happy-End.

Das Buch ist im Gegensatz zu anderen jedoch nicht nur im einfachen Fließtext verfasst worden. Es enthält handgeschriebene Ausschnitte aus Pias Tagebuch, Chat-Nachrichten und Handy-Notizen. Des Weiteren wird zwischen den Hauptprotagonisten Tom und Pia teilweise hin- und hergeswitcht. Jede Seite ist liebevoll mit Lunas selbst gestalteten Stickern, Fotos und Handzeichnungen verziert worden. Es wurde hier so sehr auf die Liebe für das Detail geachtet, was wirklich unglaublich toll ist. Zu Beginn muss ich gestehen, hat mich das alles ein bisschen verwirrt und unsicher gemacht. Ich wusste nicht, wie ich damit umzugehen habe. Hinterher ergibt aber alles einen Sinn. Jedes Bild, jeder Sticker, jeder Abschnitt ergibt ein großartiges Endbild. Teilweise habe ich mich auch ertappt gefühlt, als würde ich wirklich in einem fremden Tagebuch lesen, wenn diese Abschnitte zum Vorschein kamen. Es ist definitiv nicht ohne. Es fühlt sich real an.

Luna Darko hat hiermit ihr Ziel erreicht. Sie wollte die Menschen zum Nachdenken anregen und dieses typische Rollenbild und nervige Klischeedenken von der Welt schaffen. Menschen, denen es eventuell so ähnlich ergeht, neuen Lebensmut einhauchen. Bei mir hat es definitiv gewirkt. Manche Dinge werden seit diesem Buch mit anderen Augen gesehen.

[…] Menschen haben diese Umstände erschaffen, Menschen könnten all das auch wieder einreißen. Selbstmord, Rückzug oder Aufgeben ist keine Lösung, nur ein weiteres verschwendetes Leben. […] Einfach machen, wir haben so viel Potential und wir verschwenden es – als hätten wir ungenutzte Superkräfte.[…] -Auszug aus Pias Tagebuch

Was meine Bewertung angeht, … Ich glaube, diesen Teil lasse ich ausnahmsweise in dieser Rezension mal raus.

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Man kann es nicht einfach in eine Bewertungsschublade stecken.
Dieses Buch muss man lediglich sacken lassen.

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