Timo Leibig: Totenschmaus. Goldmann und Brander III

Meine Bewertung: ♕ ♕ ♕ ♕ (4 von 5 Kronen)
 

Klappentext:

Ein Restaurantkritiker verschwindet nach einem Streit in der Sterneküche spurlos. Unter den Gästen des Dreierlei befindet sich auch Kommissarin Leonore Goldmann. Sie ist überzeugt: Etwas Schlimmes ist passiert, und die drei Köchinnen haben irgendetwas damit zu tun.
Doch die Ermittlungen führen in eine Sackgasse, und bald schon stellt sich für Goldmann und ihren Kollegen Walter Brandner die Frage: Wie unterscheidet man zwischen Gut und Böse, wenn Gut nicht weiß und Böse nicht schwarz ist, sondern alle Verdächtigen sehr weiße Kochjacken tragen?

Meine Meinung:

Ein weiterer Teil der Goldmann und Brandner-Reihe steht nun wieder fertig ausgelesen und in meinem Fach der Lieblingsbücher/~autoren des Regals.

Ich muss zugeben, dass ich zu Beginn den Untertitel des Buches/das Cover nicht richtig inspiziert habe. So kam es zu einem Zeitpunkt, dass ich mich ungefähr nach 110 Seiten gefragt habe, wie jetzt? Schon die düstere Vergangenheit aufgedeckt? Kein Psychopath? Keine verzwickte Handlung? Ich war sogar etwas enttäuscht darüber. Zu gern hätte ich den Faden mit Elli in irgendeine Psychopathenschiene weitergesponnen. Aber dies war nicht der Fall. Nachdem ich mich also erst einmal ein bisschen frustriert über den bisherigen Inhalt mit meinem Freund unterhalten habe, griff ich erneut nach dem Buch. „Timo Leibig. Totenschmaus. Kriminalroman. Goldmann und Brandner III.“ Moment mal?! KRIMINALROMAN! Da fiel es mir doch tatsächlich wie Schuppen von den Augen. Es handelte sich hierbei nicht um einen (Psycho-)Thriller, sondern um einen Krimi. Das änderte natürlich einiges. Und dann hat’s auch KLICK in meinem Kopf gemacht und die Frustration war von dannen. So einfach geht das manchmal, wenn man richtig liest. Hihi.

Auch wenn das Buch nicht so mordlürsternd und blutig geschrieben worden ist, wie seine bisherigen Vorgänger, ist es doch ein fabelhaftes Buch. Tatsächlich mal etwas leichtere Kost. Es lässt sich fließend lesen und am Ende fragen selten offen. Zumindest was die Arbeit von Walter und Leonore angeht. An seinem Schreibstil hat sich nichts geändert und was ich grandios finde, er nimmt kein Blatt vor dem Mund. Wenn man in anderen Büchern dann nur noch die zensierten Wörter stehen sieht, sieht man bei Timo immer das volle Programm. Weswegen auch? Es sind Wörter, wie jede andere auch. Sie werden nun mal von uns genutzt, wieso dann auch nicht in Büchern verwenden dürfen? Vielleicht hat es hier der Autor auch ein bisschen einfacher, weil er Autor und Herausgeber in einem ist. Er bestimmt, was gedruckt wird. Fakt ist, ich find es gut so!

Ja, zur Geschichte selbst: Wem Walter und Leonore ans Herz gewachsen ist, will selbstverständlich wissen wie es mit ihnen weitergeht. In diesem Teil wird weiter das Bild von einem fabelhaften Kommissarenduo vermittelt. Walter steht immer hinter seiner Partnerin. Egal, wie schwer es fallen mag oder wie persönlich es wird. Das schätze ich sehr. Allerdings wird der gute Walter hier ein bisschen hintenangestellt. Leonore und ihr Leben steht eher im Vordergrund. Anfangs ein bisschen schade, weil ich immer gehofft habe, das zwischen Walter und Leonore doch noch was wird, zumindest hatte man in Teil 1 das Gefühl, aber letztendlich bin ich auch mit der Handlung voll und ganz zufrieden. Und wer weiß was noch kommen mag?! Letztendlich kann ich sagen, Walter und Leonore haben wieder volle Arbeit geleistet und die Bösen dürfen hier sogar mal ausnahmsweise weiterleben und werden nicht erschossen. Uuups, Spoileralarm für die anderen Teile.

Fazit: Es ist ohne Widerworte ein weiterer, gelungener, wenn doch eher leichterer Teil der Goldmann und Brandner-Reihe. Und ich bin wie immer gespannt, wie es weitergehen wird. Vielleicht wird mein Hoffen noch erhört, was Walter und Leonore angeht. Wer weiß? Der vierte Teil lässt zumindest nicht mehr lange auf sich warten, denn Timo hat ihn schon angekündigt. Der Grenzgänger! Ich kann es kaum noch erwarten.

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