Timo Leibig: Fußabschneider. Goldmann und Brandner II

Meine Bewertung: ♕ ♕ ♕ ♕ ♕ ( volle 5 Kronen)

Klappentext:

Eine übel zugerichtete Frauenleiche taucht in den Auen auf. Ihr fehlt ein Fuß, mit einer Handsäge abgeschnitten. Darüber hinaus gibt es weder verwertbare Spuren noch einen Hinweis auf ihre Identität.
Die Kommissare Leonore Goldmann und Walter Brandner stehen vor einer schier unlösbaren Aufgabe.
Dann verschwindet noch eine junge Frau, die Leonore bekannt ist. Inwieweit haben die beiden Fälle miteinander zu tun?
Goldmann und Brandner stürzen sich in die Ermittlungen – und müssen feststellen, dass die Welt ein sehr dunkler Ort ist.

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Meine Meinung:

Zum Cover lass ich nur einen Satz verlauten: Es hat ein bisschen was von SAW! 😀

Allgemein:
Der zweite Fall für Leonore Goldmann und Walter Brandner war auch wieder etwas Besonderes. Natürlich auch nichts Alltägliches. Wäre ja auch zu langweilig, nicht wahr Herr Autor? Unglaublich.

Ich muss zugeben, dass ich es mir zu Beginn ein bisschen schwergemacht habe. Man könnte auch behaupten, dass zwischen dem Fußabschneider und mir eine gewisse Hass-Liebe herrschte. Graus, wie habe ich die ersten Kapitel „gehasst“ und mich mit Ekel abgefunden. Mal ganz im Ernst, da sind mir selbst Spinnen, sogar Taranteln, lieber als Fußfetischisten geschweige denn noch fußfetischistische Mörder. Teilweise konnte ich nicht mehr als eine Seite lesen. Immer dieses verdammte Kopfkino. Hin und wieder habe ich mich auch bei dem Gedanken, einfach ins Regal zurückstellen und stehen lassen, ertappt. Einfach gar nicht weiterlesen. ABER! Das bin nicht ich. Widerwärtig und ekelerregend hin oder her! Ich musste wissen, wie es ausgeht. Alleine, wie es mit Goldmann und Brander weitergeht. Immerhin wartet ja die Tage noch der dritte Fall auf mich. Da muss ich ja up to date sein und alles mitbekommen. Also habe ich mich innerlich zusammengerissen und die Pobacken zusammengekniffen und gelesen. Gelesen. Gelesen und gelesen. Und dann, *Hier bitte das Fingerschnipps-Geräusch einsetzen* war der Ekeleffekt nicht mehr so groß und Timos Schreibweise lässt einen auch zu fortgeschrittener Stunde/fortgeschrittenem Kapitel nicht mehr wirklich los. Er weiß schon, wie er seine Leser bei sich behält. Das war schon bei „Mädchendurst“ nicht anders. Und dann noch einen Thriller. Ach, gibt es denn was schöneres als einen guten Thriller von einem guten Autor im kalten Herbst/Winter?!?

Ich bin gerade am überlegen, ob ich ein klein wenig auf den Inhalt eingehen soll oder nicht!? Normalerweise bin ich kein Freund vom Zusammenfassen und Mitteilen. Diese Geschichten sind einfach lesenswert und bedürfen keinen Spoileralarm. Andererseits sollte man vielleicht den einen oder anderen auf die blutverschmierten Szenen hinweisen. Nicht, dass sich der gute Sonntagsbraten nochmal blicken lässt 😉 – Andererseits? Wer schon Mädchendurst gelesen hat, weiß, dass Timos Werke gerne ein bisschen blutgetränkt, spannend und nervenzerreißend sind. UND! Dass er immer für eine Überraschung gut ist. Ich hatte die Ehefrau vom Psychopathen und dessen Kinder auch schon sich „zappelnd am Fleischerhaken windend“ gesehen, aber er hatte doch Herz. Komisch.

Mein Lieblingsautor bleibt sich treu. Sein Schreibstil ist eine Wucht. Seine Gabe das Kopfkino in Gang zu bringen, weiterhin vorhanden. Sein Thrillergeschmack etwas verschärfend, aber irgendwie muss man ja langsam den Draht zu „Totenschmaus“ biegen. Ich ahne ja schon etwas, aber ich lass mich gerne überraschen und mich vermutlich wieder eines Besseren belehren. Wieso sollte auch er immer vorhersehbar und berechenbar sein!? Fakt ist, es wird vermutlich wieder krank. Ich glaube, das kann ich ohne schlechten Gewissens sagen.

Abschließendes Plädoyer: Timo? Ich bin immer noch dafür, dass du dich mal mit dem guten Sebastian zusammensetzt, und ihr beide mal einen Thriller auf die Beine stellt! Ich würde mich auch freiwillig als Testleserin melden!

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