#Rezension: Kerstin Gier – Silber – Das erste Buch der Träume

»Nein«, sagt Henry ruhig. »Sondern weil du gerade in diesem Augenblick in Surrey in einem Klinikbett liegst, zugedröhnt mit Psychopharmaka, zu deiner eigenen Sicherheit ans Bett fixiert.« Er lächelte mitleidig. »Es ist vorbei, Anabel.«
Anabels Lippen zuckten, und für einen Moment sah es aus, als würde sie in Tränen ausbrechen. Aber dann warf sie den Kopf in den Nacken und lachte.
»Da täuschst du dich aber, Henry«, sagte sie. »Denn in Wirklichkeit hat es gerade erst begonnen.«

silber

*auf die Uhr schiel* Es ist ein bisschen seltsam, dass ich ein Buch noch am Tage fertig bekommen habe. Normalerweise ist es immer dunkel und spät und eigentlich sind schmerzende Augen immer meine besten Freunde gewesen. Wieso? – Weil ich nie ein Ende beim Lesen gefunden habe und mein Gehirn immer sagte: „Eigentlich müsstest du schon längst schlafen, aber ein Kapitel geht noch. Ach eins geht noch!“ und dann war das Buch zu Ende. 😀 Und dann muss auch immer direkt losgeschrieben werden. Tja, jetzt sitze ich allerdings die Abendsonne genießend auf der Terrasse mit dem Laptop auf dem Schoß und kann grinsend vor mich hin tippen. Aber genug des unsinnigen Blablas, auf zur eigentlichen Rezension. *in die Hände klatsch*

Meine Bewertung: ♕ ♕ ♕ ♕ (4/5 Kronen)

Klappentext:

Olivia und Mia Silver, Schwestern, die die Spionage lieben und die sich ihren erneuten Umzug nicht schöner hätten ausmalen können. Es sollte in ein Cottage auf dem Lande gehen. Das Kindermädchen hätte draußen ihren eigenen Garten anlegen können. Der Hund hätte Unmengen Platz zum herumtollen gehabt. Und die Mädchen malten sich ein altes rostiges Bett als Schaukel unter einem altem Baum aus, auf dem sie stundenlang hätten gen den Himmel blicken können.
– Sollte, hätte, könnte. Richtig! Konjunktiv! Natürlich kommt immer alles anders, als man es sich als Kind ausmalt. Wer kennt das nicht? Aber hier kommt alles anders. Von einem einfachen Leben auf dem Cottage geht es ab in das volle und – naja, nennen wir es mal prunkvolle – Londoner Stadtleben. Und wenn das nicht schon reichen würde, kommt auch noch ein neuer Mann ins Leben, der selber Kinder hat. Herzlich Willkommen im Patchwork-Familienleben. Doch alleine diese Veränderungen reichen nicht aus. Jeder hat Träume, der eine verrückter als der andere. Als sich jedoch eines Abends Liv notgedrungener Maßen einen Pulli ihres baldigen Stiefbruders ausleihen musste und sich mit diesem schlafen legte, veränderten sich schlagartig ihre Träume. Eine Tür, durch die man auf einen langen Korridor mit weiteren, teilweisen verschlossenen Türen gelangt, ermöglicht die Einblicke in die Träume anderer Menschen und erlangt somit unermessliche Macht. Nicht immer Geld regiert die Welt, sondern auch die Gefühle und die Ängste der Menschen. (…)

Ihr kennt mich, ich bin kein großer Freund vom Spoilern.

Meine Meinung:

Durch Türen gehen und die Träume anderer Menschen erleben. Jupp, das ist wirklich mal eine andere Art der Fantasie. Kannte ich bisher noch nicht. Ich finde, hier hat Kerstin Gier wirklich gute Arbeit vollbracht. Ich mochte ihren Schreibstil schon in ihrer Edelstein-Trilogie. Man kommt schnell rein und man kann sich prima in die Lage der Protagonisten hineinversetzen. Auch hier ist es nicht anders. Ich persönlich konnte schnell eine enge Bindung zwischen Liv und mir knüpfen. Ich kenne auch nur zu gut das Gefühl vom ewigen Umziehen. Ich bin zwar immer in Deutschland geblieben, aber das Gefühl, immer die neue an der Schule zu sein, ist wirklich nicht so schön. Kann man gerne drauf verzichten.

Ich weiß gar nicht so wirklich, was ich über das Buch schreiben kann. Es ist wirklich toll, ohne Frage. Wer hier auf ein ABER wartet, wartet vergeblich. Natürlich könnten Kritiker sagen, dass es einige Parallelen zu der Edelstein-Saga gibt, wie z. B. London, zum Schluss wieder ein Ball in der Schule, ein toller Junge, der sich zwischendurch nicht ganz so gentleman-like zeigt und andere mysteriöse Dinge, aber Kritiker sind Kritiker. Und wenn die meckern wollen, dann finden sie immer etwas zu meckern. So spielt nun mal das Leben.

Ich, für meinen Teil, habe dieses Buch wirklich genossen und bin auf die anderen Teile noch gespannt. Denn immer, wenn man denkt, du weißt wie der Hase läuft, kommt es anders. Manche Bücher sind vorhersehbar. Manche nicht, so wie dieses Buch. – Wenn ich dieses Buch als ach so toll erachte, wieso vergebe ich dann nur 4 Kronen? Ganz einfach: Es gibt noch zwei weitere Bände und ich möchte mich noch steigern. – einfach weil es die Autorin verdient hat. 🙂

Kerstin Gier zählte vorher schon zu meinen Lieblingsautoren und durch Silber hat sie es lediglich noch einmal bekräftigt.

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